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Mieten & Wohnen

»Deutsche Wohnen soll keine Ruhe finden«

neuköllnisch im Gespräch mit dem Aktivisten Ralph Neumann über die Enteignung der Deutsche Wohnen.

Wie äußert sich der Leidensdruck bei den Mieterinnen und Mietern?

Mein Freund am Kotti hatte wochenlang kein warmes Wasser. Solche Vernachlässigungen werden aufgeschoben und nachgeholt – aber nicht als Instandsetzung, sondern als teure »Modernisierung«. So können Immobilienhaie ihre Kosten auf die Mieter*innen abwälzen. Bremsklötzchen helfen nicht gegen dieses System. Ein neuer Eigentümer könnte damit Schluss machen.

Was habt ihr vor?

Am 15. Juni präsentiert die Deutsche Wohnen (DW) ihren Aktionären Rekordgewinne. Zusammen mit den Betroffenen und vielen mehr werden wir an diesem Tag vor der Konzernzentrale in Charlottenburg protestieren. Wir fordern die Abschaffung der Modernisierungsumlage und die Überführung der DW in öffentliche Hand. Die DW soll in Berlin keine Ruhe finden. Im Herbst starten wir dann ein Volksbegehren zur Enteignung. Wichtig ist uns, dass das Volksbegehren mit den konkreten Kämpfe der Mieter*innen Hand in Hand geht. Jede verhinderte Modernisierung, jede abgewehrte Kündigung schmälert die Profite des Konzerns.

Die Enteignung des größten Berliner Immobilienkonzerns – das ist ein hehres Ziel.

Artikel 15 des Grundgesetzes sagt: »Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum überführt werden.« Das Land Berlin kann den Artikel in die Praxis umsetzen, indem es Immobilienbestände durch eine Art Bodenreform enteignet. Dabei ist eine Entschädigung verpflichtend. Auch müsste ein Gesetz definieren, wie Gemeineigentum aussieht – aber das ist lösbar. Es fehlt bisher nur der Mut, den bringen wir jetzt auf.

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Mieten & Wohnen

»Mein Herz sagt Nein«

Seit ihrer Geburt wohnt Münevver Cansever in Neukölln, seit 1999 in Gropiusstadt. Nun steht die gelernte Schneiderin und Hauswirtschafterin vor […]

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Mieten & Wohnen

»Ich bin mein Leben lang noch nicht aus einer Wohnung rausgegangen und ich werde auch jetzt nicht gehen.«

In den Jahren 1962-75 entstand im Süden Neuköllns die Gropiusstadt. Die von Walter Gropius geplante Großwohnsiedlung besteht aus rund 18.500 Wohnungen – 90% davon wurden als Sozialbauwohnungen errichtet. Bis vor Kurzem blieb dieser Stadtteil von der Verdrängung verschont. Nun beginnen auch hier Investoren und Eigentümer, die Mieten zu erhöhen. Aber viele wehren sich – wie die Urneuköllnerin Anneliese Lungewitz.

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Mieten & Wohnen

Vom Haustürgespräch zur Mietenini

Linke sollten häufiger raus aus ihrer Blase, findet Susanne Steinborn. Deswegen organisiert sie in Gropiusstadt gemeinsam mit Mieter*innen und LINKE-Mitgliedern Widerstand gegen steigende Mieten. Über Organisierung bei Kaffee und Kuchen und Politik an der Haustür.

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Mieten & Wohnen

Gemeinsinn als Mietmodell

Der Ausverkauf von bezahlbarem Wohnraum geht immer weiter in Nordneukölln. Zu einem unangemessen hohen Preis sollten auch die Wohnhäuser mit Gewerbeeinheiten in der Sanderstraße 11/11a an einen profitorientieren Investor gehen. Da Verdrängung drohte, wehrten sich die Mieter*innen und setzten sich für die Ausübung des Vorkaufsrechts ein.