Neukoellnisch Logo
Hufeisensiedlung Credit:

Mieten & Wohnen

Gegen den Mietenwahnsinn – Deutsche Wohnen & Co. enteignen!

Die wichtigste Demo des Jahres hat bereits im März stattgefunden: 25.000 Mieter*innen sind mit ihren Familien durch Berlin gezogen.

Sie alle haben die immer weiter steigenden Mieten auf die Straße getrieben. Gefordert wurde unter anderem die Abschaffung der Umlage von Modernisierungskosten auf die Miete, die Aufnahme aller Mieten in den Mietspiegel und mehr Schranken für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Nun steht – neben den laufenden Mieter- und Hausprojekten – die Einigung auf eine weiterführende Strategie an. Die gerade angelaufene Kampagne zum Volksbegehren »Deutsche Wohnen & Co. enteignen« schafft eine Fokussierung auf die großen Immobilienkonzerne. Deutsche Wohnen (DW), Vonovia, Akelius und ADO-Properties beherrschen den Wohnungsmarkt mit ihrem agressiven Wirtschaftgebaren und brüsten sich mit jährlichen Gewinnsteigerungen von um die 20 Prozent.

Vernachlässigung als Strategie

Besonders die DW ist durch Klagen gegen den Mietspiegel negativ aufgefallen sowie durch den Versuch, hohe Vergleichsmieten im eigenen Bestand als Maßstab für Mieterhöhungen durchzusetzen. Die DW vernachlässigte Wohnungsbestände mit dem Ziel einer Entmietung oder hoher Modernisierungsumlagen. Absicht der kommenden Kampagne ist es, die Wohnungsbestände in die öffentliche Hand zu überführen.

Die DW ist mit 110.000 Wohnungen einer der größten Immobilieninvestoren Berlins. Zu ihrem Grundbestand zählt die gehag – eine 1924 gegründete, damals gewerkschaftsnahe Genossenschaft. Sie baute in Neukölln unter anderem die Hufeisen-Siedlung und wesentliche Teile der Gropiusstadt – insgesamt mehr als 13.000 Wohnungen. 1998 wurde die gehag privatisiert und landete letztlich bei der DW.

Aktuell will die DW den Bestand in der Gropiusstadt sanieren. Die Modernisierungsankündigungen weisen Mieterhöhungen von circa 150 Euro für eine 2-Zimmer-Wohnung aus. Druck der Mieterschaft sowie eine schlechte Presse haben die DW gezwungen, neben der gesetzlichen Härtefallklausel eine Deckelung der Kaltmiete auf 30 Prozent des Netto-Einkommens in Aussicht zu stellen. Dabei behält sie sich allerdings die Anerkennung des Härtefalls vor. Wahrscheinlich rechnet die DW damit, dass nur wenige Mieter innerhalb der kurzen Frist tatsächlich einen Antrag stellen. Hier kann die linke Hilfestellung leisten. Parallel organisieren sich die Mieter in ihren Siedlungen, beraten einander, fordern verbindliche Zugeständnisse oder gleich »Deutsche Wohnen & Co. enteignen!«

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Mieten & Wohnen

»Mein Herz sagt Nein«

Seit ihrer Geburt wohnt Münevver Cansever in Neukölln, seit 1999 in Gropiusstadt. Nun steht die gelernte Schneiderin und Hauswirtschafterin vor […]

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Mieten & Wohnen

»Ich bin mein Leben lang noch nicht aus einer Wohnung rausgegangen und ich werde auch jetzt nicht gehen.«

In den Jahren 1962-75 entstand im Süden Neuköllns die Gropiusstadt. Die von Walter Gropius geplante Großwohnsiedlung besteht aus rund 18.500 Wohnungen – 90% davon wurden als Sozialbauwohnungen errichtet. Bis vor Kurzem blieb dieser Stadtteil von der Verdrängung verschont. Nun beginnen auch hier Investoren und Eigentümer, die Mieten zu erhöhen. Aber viele wehren sich – wie die Urneuköllnerin Anneliese Lungewitz.

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Mieten & Wohnen

Vom Haustürgespräch zur Mietenini

Linke sollten häufiger raus aus ihrer Blase, findet Susanne Steinborn. Deswegen organisiert sie in Gropiusstadt gemeinsam mit Mieter*innen und LINKE-Mitgliedern Widerstand gegen steigende Mieten. Über Organisierung bei Kaffee und Kuchen und Politik an der Haustür.

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Mieten & Wohnen

Gemeinsinn als Mietmodell

Der Ausverkauf von bezahlbarem Wohnraum geht immer weiter in Nordneukölln. Zu einem unangemessen hohen Preis sollten auch die Wohnhäuser mit Gewerbeeinheiten in der Sanderstraße 11/11a an einen profitorientieren Investor gehen. Da Verdrängung drohte, wehrten sich die Mieter*innen und setzten sich für die Ausübung des Vorkaufsrechts ein.