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Mieten & Wohnen

Alternativer Wohngipfel: Bezahlbarer Wohnraum für alle

Während ein von Seehofer einberufener Lobbygipfel für die Bau- und Immobilienwirtschaft im September nur zweieinhalb Stunden dauerte, diskutierte die alternative Konferenz vom Deutschen Mieterbund, Mieterverein, den Sozialverbänden, dem DGB, dem Mietenwahnsinn-Bündnis und vielen Inis im Interesse der Mieter*innenschaft. Eine Zusammenfassung.

Mieten sind die neue soziale Frage. Die Sozialverbände drängten auf eine Politik, die sich an der Wohnungsversorgung von Menschen mit geringerem Einkommen und Wohnungslosen misst. Andrej Holm/HU Berlin wies eindringlich auf den Mangel an bezahlbaren Wohnungen hin. Konzepte für eine neue Gemeinnützigkeit liegen vor. Sie müssen bloß umgesetzt und gefördert werden.

„Landeseigene“ müssen sozialer handeln

Laut Stefan Körzell/DGB halten die Lohn- mit den Mietsteigerungen nicht Schritt. So steigt die Zahl der Pendler*innen. Aber Wohnen muß nahe dem Arbeitsplatz möglich sein. Zum guten Wohnen gehört auch eine faire Tarifbezahlung der Arbeitnehmer*innen auf dem Bau und in den Wohnungsverwaltungen. Gegenüber Bundesjustizministerin Barley wurde darüberhinaus die kaum verschärfte Mietpreisbremse und der unzureichende Schutz vor einer überhöhten Modernisierungsumlage gerügt.

Die Praxis der landeseigenen Wohnungsgesellschaften kritisierte Susanne Walz vom Büro L.I.S.T. Stadtteilentwicklung. Bei Wiedervermietung bloß 50 Prozent der Wohnungen für WBS-Bezieher*innen vorzusehen sei zu wenig. Bei neuen Wohnungen sollten mindestens 60 Prozent an Geringverdiener*innen gehen sowie zusätzliche an mittlere Einkommen. Vorgeschlagen werden außerdem »Clusterwohnungen« für Einsteiger – nicht so groß, aber mit Gemeinschaftseinrichtungen in den Häusern. Auch eine »kollaborative Mitwirkung« der Anwohner*innen und künftigen Bewohner*innen sei wichtig.

Wir sind das schützenswerte „Milieu“

In Milieuschutzgebieten muß eine Versagung der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen das Ziel sein. Zunächst sollte den Bezirken der Aufkauf von bestehenden Eigentumswohnungen möglich werden. In zur Abwendung des Vorkaufsrechtes geschlossenen Vereinbarungen ist bei Wiedervermietung eine Mietbegrenzung auf die ortsübliche Vergleichsmiete einzuführen. Nächster Schritt: Die linke Bausenatorin Katrin Lompscher verteidigt eine Berliner Bundesratsinitiative zur Verbesserung des Mieter*innenschutzes in der Bauminsterkonferenz der Länder. Wir bleiben dran!

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Mieten & Wohnen

Gropiusstadt rückt zusammen

Seit 2018 schließen sich in Gropiusstadt Mieter*innen zusammen, um gegen dreiste Methoden von Deutsche Wohnen und Gropiuswohnen vorzugehen. Mittlerweile ist ein kleiner Kreis von Aktiven zum Mietentisch geworden.

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Mieten & Wohnen

»Mein Herz sagt Nein«

Seit ihrer Geburt wohnt Münevver Cansever in Neukölln, seit 1999 in Gropiusstadt. Nun steht die gelernte Schneiderin und Hauswirtschafterin vor einem Problem: Ihr Vermieter hat eine Mietsteigung von 230€ angekündigt. Eine Neuköllner Geschichte.

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Mieten & Wohnen

»Ich bin mein Leben lang noch nicht aus einer Wohnung rausgegangen und ich werde auch jetzt nicht gehen.«

In den Jahren 1962-75 entstand im Süden Neuköllns die Gropiusstadt. Die von Walter Gropius geplante Großwohnsiedlung besteht aus rund 18.500 Wohnungen – 90% davon wurden als Sozialbauwohnungen errichtet. Bis vor Kurzem blieb dieser Stadtteil von der Verdrängung verschont. Nun beginnen auch hier Investoren und Eigentümer, die Mieten zu erhöhen. Aber viele wehren sich – wie die Urneuköllnerin Anneliese Lungewitz.

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Mieten & Wohnen

Vom Haustürgespräch zur Mietenini

Linke sollten häufiger raus aus ihrer Blase, findet Susanne Steinborn. Deswegen organisiert sie in Gropiusstadt gemeinsam mit Mieter*innen und LINKE-Mitgliedern Widerstand gegen steigende Mieten. Über Organisierung bei Kaffee und Kuchen und Politik an der Haustür.