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Mieten & Wohnen

Kiezkultur verteidigen!

Seit 33 Jahren ist das Syndikat in der Weisestraße Treffpunkt und Wohnzimmer für alle. Doch jetzt wurde der Mietvertrag zum Jahresende überraschend gekündigt. Das Kneipenkollektiv erklärt, warum der ganze Schillerkiez für den Erhalt der linken Kneipe kämpft.

Habt Ihr versucht, mit dem Eigentümer eine Vertragsverlängerung auszuhandeln?

Ja, anfangs hieß es, es könne neu verhandelt werden, aber nach 3 Monaten wurde uns mitgeteilt, dass es keinerlei Verhandlungen geben wird. Zum Eigentümer selbst haben wir bisher keinen Kontakt, uns fehlen die nötigen Kontaktdaten, es gibt einzig ein Postfach in Luxemburg.

Wer ist denn der Eigentümer?

Das Haus gehört offiziell der firman properties s.a.r.l in Luxemburg. Nach unserem jetzigen Ermittlungsstand steckt hinter dieser Briefkastenfirma die pears global real estate germany GmbH. Sie ist Teil der pears global real estate investors limited mit Sitz in London.

Was bedeutet die Kündigung des Syndikat für den Schillerkiez?

Das Syndikat besteht hier seit 33 Jahren. Von Anfang an war es mehr als eine Kneipe. Hier haben sich schon immer Menschen getroffen, vernetzt und sich organisiert. Von hier ging z.B. die Idee für das Weisestraßenfest aus. Darüber hinaus haben wir viele Projekte und Ideen von Anwohner*innen finanziell und logistisch unterstützt. Wenn wir gehen müssen, verlieren viele Menschen einen der letzten Sozialräume im Kiez. Für viele ist es das verlängerte Wohnzimmer, da sie sich aufgrund der angespannten Mietsituation kein Wohnzimmer mehr leisten können. Hier kann man sich treffen, austauschen und mit Freunden verabreden, ohne den Konsumzwang, wie er anderswo herrscht. Bei uns sind alle Menschen gerne gesehen, abgesehen von Nazis, Rassist*innen, Sexist*innen u.ä.

Was die Kündigung angeht und was es den Menschen hier im Kiez bedeutet, kann man sehr gut an der sehr breiten Solidarität im Kiez und darüber hinaus sehen.

»Einer der letzten Sozialräume im Kiez«

Was sind Eure Forderungen an die Politik?

Wir wollen bleiben! Allerdings wird uns die Politik nur bedingt helfen können, da es sich um einen Gewerbemietvertrag handelt. Die Politik sollte sich aber überlegen, wie sie Kleingewerbe vor Verdrängung durch Investoren in Zukunft schützen und unterstützen kann.

Was kann man tun, um das Syndikat zu unterstützen?

Man kann zu den Schillerkiezversammlungen kommen, sich dort einbringen. Es gibt Arbeitsgruppen die sich auf unterschiedlichste Weise mit der Rettung des Syndikats beschäftigen, so z.B. durch einen Infotisch auf dem Wochenmarkt am Herrfurthplatz, Pressearbeit, Vernetzung mit anderen bedrohten Projekten in Berlin, wie z.B. Potse und Drugstore in Schöneberg oder dem XB-Liebig in Friedrichshain.

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Milieuschutz von unten

Zwei Monate lang kämpfte die Schöneweider20 für die Ausübung des Vorkaufsrechts. Am Ende unterschrieb der Käufer doch die Abwendungsvereinbarung. Ein Gespräch mit der Hausgemeinschaft über Organisierung und Solidarität.

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Deckel drauf!

Wie der Senat mit einem neuen Gesetz den Mietenwahnsinn nun endlich stoppen will – und warum das erst der Anfang ist.

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Hobrechtstraße 59 wehrt sich!

Im März erwarb ein privater Investor das Haus in der Hobrechtstraße 59. Die Mieter*innen schlossen sich zusammen, um für die Anwendung des Vorkaufsrechts zu kämpfen – mit vorläufigem Erfolg.

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Erfolg für Mietini im Reuterkiez

Bis zu 330€ Mieterhöhungen kündigte der Eigentümer im August 2017 den Mieter*innen am Maybachufer Ecke Manitiusstraße an. Um sich zu wehren, gründeten sie die Initiative „Mani & May“. Mit Erfolg: Die Erhöhungen wurden zurückgenommen.