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Blick auf Hochhäuser der Gropiusstadt Credit:

Mieten & Wohnen

Berlin hat Eigenbedarf – und Neukölln sowieso

Allein die Deutsche Wohnen (DW) besitzt in Berlin 110.000 Wohnungen. Davon liegen über 12.000 in Neukölln – viele in Siedlungen, die ursprünglich landeseigene Bestände des sozialen Wohnungsbaus waren. Sie gehören rekommunalisiert. Denn wir haben Eigenbedarf!

In Neukölln gehören der DW ehemalige Siedlungen der gehag, aber auch Wohnungen, die von der Degewo veräußert wurden, in Britz und Gropiusstadt. Die »MieterInnen Hufeisen« und die linke haben gemeinsam erreicht, dass nun sämtliche DW-Bestände in Britz zum Milieuschutzgebiet erklärt werden sollen. Ähnliches gilt für die Gropiusstadt. Hier soll eine Umstrukturierungsverordnung greifen, die Sozialpläne für die Mieter*innen beinhaltet. Das bedeutet eine Beschränkung der Mieterhöhung nach einer Modernisierung. Mit diesem ersten Schritt soll der Verdrängung von ärmeren Mieter*innen begegnet werden.

Ertrag aus der Immobilie schmälern

Dass überteuerte Maßnahmen nicht mehr auf die Miete umgelegt werden können, schmälert den Ertrag aus der Immobilie. Auf diese Weise soll die Verkaufsbereitschaft des Investors zugunsten einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft erhöht werden. Eine Wohnungsbaugesellschaft des Landes Berlin hat jüngst 1.800 Wohnungen im Kosmosviertel im Nachbarbezirk Treptow-Köpenick vom Privatinvestor Schönefeld-Wohnen zurückgekauft.

Rückkauf ja, aber um jeden Preis?

Das ist eine sehr gute Nachricht für die Mieter*innen, aber 2000 Euro pro Quadratmeter und damit insgesamt 250 Millionen Euro sind viel Geld. Die über 50.000 GSW-Wohnungen, deren Rückerwerb Bürgermeister Michael Müller als Ziel genannt hat, wurden 2004 für 405 Millionen veräußert. Sie sollen der DW heute aber etwa 7 Milliarden Euro wert sein, also mehr als das 17-fache.

Derzeit bewaffnen sich beide Seiten mit Rechtsgutachten. Die Gutachter der Investoren verlangen im Kauffall den Marktwert und schließen jegliche Enteignung aus, selbst mit Entschädigung. Eine Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages führt dagegen die Argumente für die öffentlichen Hand als gleichwertig an. Das eröffnet eine reale Perspektive – denn Immobilienkonzerne dürfen sich nicht aus öffentlichen Kassen bereichern.

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Mieten & Wohnen

Gropiusstadt rückt zusammen

Seit 2018 schließen sich in Gropiusstadt Mieter*innen zusammen, um gegen dreiste Methoden von Deutsche Wohnen und Gropiuswohnen vorzugehen. Mittlerweile ist ein kleiner Kreis von Aktiven zum Mietentisch geworden.

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Mieten & Wohnen

»Mein Herz sagt Nein«

Seit ihrer Geburt wohnt Münevver Cansever in Neukölln, seit 1999 in Gropiusstadt. Nun steht die gelernte Schneiderin und Hauswirtschafterin vor einem Problem: Ihr Vermieter hat eine Mietsteigung von 230€ angekündigt. Eine Neuköllner Geschichte.

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Mieten & Wohnen

»Ich bin mein Leben lang noch nicht aus einer Wohnung rausgegangen und ich werde auch jetzt nicht gehen.«

In den Jahren 1962-75 entstand im Süden Neuköllns die Gropiusstadt. Die von Walter Gropius geplante Großwohnsiedlung besteht aus rund 18.500 Wohnungen – 90% davon wurden als Sozialbauwohnungen errichtet. Bis vor Kurzem blieb dieser Stadtteil von der Verdrängung verschont. Nun beginnen auch hier Investoren und Eigentümer, die Mieten zu erhöhen. Aber viele wehren sich – wie die Urneuköllnerin Anneliese Lungewitz.

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Mieten & Wohnen

Vom Haustürgespräch zur Mietenini

Linke sollten häufiger raus aus ihrer Blase, findet Susanne Steinborn. Deswegen organisiert sie in Gropiusstadt gemeinsam mit Mieter*innen und LINKE-Mitgliedern Widerstand gegen steigende Mieten. Über Organisierung bei Kaffee und Kuchen und Politik an der Haustür.