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Plakat zum Internationalen Frauentag am 08. März 1914 Credit:

Frauenkampftag

Damals wie heute: Der 8. März ist Kampftag!

Ein kurzer Einblick in den Ursprung und die Geschichte des Internationalen Frauenkampftages.

Auf einer Konferenz in Kopenhagen im Sommer 1910 schlug die Sozialistin Clara Zetkin einen jährlichen Internationalen Frauentag vor. Inspirieren ließ sie sich von einem Aufruf für einen Demonstrations- und Diskussionstag von US-amerikanischen Sozialistinnen, die auf erfolgreiche Streiks von New Yorker Tabak- und Textilarbeiterinnen reagierten. Die Delegierten befürworteten die Idee. Sie forderten gleiche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, vor allem aber das Frauenwahlrecht und die politische Gleichberechtigung. In keinem Land der Welt durften Frauen damals wählen. Für die Vorbereitung des Internationalen Frauentags gab Zetkin eine Zeitung heraus. Frauen aus aller Welt berichteten darin über ihre Situation und Kämpfe. Zetkin forderte auch Männer auf, den Tag zu unterstützen. »Wo kleine Kinder sind, die der Beaufsichtigung bedürfen, sollten die Frauen sich mit ihren Männern verständigen, dass diese sich ein paar Stunden ganz ihren Vaterfreuden hingeben.«

Der 19. März 1911 wurde ein voller Erfolg: Rund eine Million Frauen und Männer nahmen in Deutschland, Österreich, Dänemark, der Schweiz und den USA teil. In Berlin fanden 42 Aktionen mit bis zu 45.000 Teilnehmenden statt. Im Jahr 1914 fand der Frauentag zum ersten Mal am 8. März statt. Überall im Land gab es Demonstrationen für das Frauenwahlrecht. Es bedurfte jedoch der Novemberrevolution, bis die Frauen in Deutschland wählen konnten. Einen Höhepunkt erlebte der Frauentag im Jahr 1917, als russische Arbeiterinnen in St. Petersburg Demonstrationen gegen Krieg und Hunger organisierten. Damit lösten sie die Revolution aus, die den Zar stürzte. Seit mehreren Jahren ist der 8. März nun wieder Frauenkampftag. Die Forderung nach dem Wahlrecht ist heute erfüllt, aber zentrale Forderungen des Internationalen Frauentags, wie gleiche Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine Entlastung der Arbeit in den Familien, bleiben unerfüllt: Frauen sind immer noch benachteiligt und gesellschaftlich diskriminiert. Deswegen gehen wir auch 2019 am 8. März auf die Straße.

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Frauenkampftag

Frauenkampftag ist nicht nur Frauensache

Seit über 100 Jahren streiten, kämpfen und feiern Frauen und auch Männer am 8. März, dem internationalen Frauentag. Auch in diesem Jahr wird in Berlin wieder demonstriert.