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Eine streikende Demonstrantin präsentiert ihr beschriebenes Schild. Credit: Foto: Arne Schaller / GEW

Arbeit & Soziales

»Wir werden seit 30 Jahren verarscht«

12.000 Beschäftigte, vor allem Erzieher*innen und Lehrer*innen, haben sich alleine am 13. Februar einem Warnstreik angeschlossen und die Erwartungen der Organisator*innen weit übertroffen. Auch die Beschäftigten der Landeseigenen Betriebe wie der BVG und der Krankenhäuser fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Damit unsere Gesellschaft funktioniert, braucht es Busse und Kitas, aber keine Milliardäre.  

 

Foto: Arne Schaller / GEW

Im Rahmen der Tarifrunde der Länder fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Mit den Warnstreiks wollen sie den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die in den Verhandlungen bisher noch kein Angebot vorgelegt haben.

Laut der Gewerkschaft ver.di erhält eine Erzieherin in Berlin nach 15 Jahren Berufspraxis ganze 300 Euro weniger als ihre Kolleg*innen in anderen Bundesländern. »Der Senat verascht uns Erzieherinnen seit 30 Jahren!«, rief eine erzürnte Streikende bei einer Kundgebung ins Mikrophon.

Eine gute Bezahlung ist die Voraussetzung, um dem herrschenden Mangel an Erzieher*innen und an Kita-Plätzen zu begegnen. Gleiches gilt auch für die Schulen, die sich mit einem drastischen Lehrkräftemangel konfrontiert sehen. In Neukölln, wo sich 22 der 57 Berliner »Brennpunktschulen« befinden, ist wegen der hohen Arbeitsbelastungedie Streikbereitschaft besonders groß.

Bei der BVG wollen die Beschäftigten eine einheitliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden bei vollem Gehalt durchsetzen. Wer nach September 2005 eingestellt wurde, muss aktuell eine Arbeitswoche von 39 Stunden absolvieren.

Das reichste Prozent der Deutschen verfügt über ebenso viel Vermögen wie die »unteren« 87 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Die Empörung, die sich seitens der Arbeitgeber und einiger Journalisten über die Streiks ergießt, ist reine Heuchelei. Die Lebenshaltungskosten und insbesondere die Mieten sind in den vergangenen Jahren so stark gestiegen, dass sie die Löhne weit hinter sich gelassen haben.

Gerade erst hat die Organisation Oxfam ermittelt, dass die deutschen Milliardär*innen ihr Vermögen im vergangenen Jahr um 20 Prozent steigern konnten. Das reichste Prozent der Deutschen verfügt demnach über ebenso viel Vermögen wie die »unteren« 87 Prozent der deutschen Bevölkerung. Im europäischen und internationalen Vergleich zählt Deutschland zu den Industrienationen mit der größten Vermögensungleichheit.

Streiks für höhere Löhne sind der wichtigste Hebel, um dieser ungleichen Verteilung entgegenzuwirken. Wenn Politiker*innen jetzt darüber lamentieren, dass für eine vernünftige Bezahlung von Busfahrer*innen und Erzieher*innen kein Geld in den Kassen sei, dann sollen sie sich an diejenigen wenden, bei denen sich das Geld auf dem Konto stapelt. Denn damit unsere Gesellschaft funktioniert, braucht es Busse und Kitas, aber keine Milliardäre.

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Arbeit & Soziales

Unparteiische Konfliktlösung in Reichweite

Am Neuköllner Jobcenter kommt es häufig zu Konflikten. Unter denen leiden vor allen Dingen die Leistungsbezieher*innen. Nun soll es eine Schlichtungsstelle geben.

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Arbeit & Soziales

»Das Ziel ist einfach: Saubere Schulen«

Schulhausmeister Detlef Bading setzt sich mit der der Initiative „Schule in Not“ für eine Verbesserung der Schulreinigung ein. Neuköllnisch hat mit ihm über die Wertschätzung von Arbeit und über die Zustände an Berliner Schulen gesprochen

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Arbeit & Soziales

»Kinder trauen sich nicht mehr aufs Klo«

Überlastete Lehrerinnen und Erzieher, wütende Hausmeister, prekär arbeitende Reinigungskräfte: Neuköllns Schulen sind in Not. Eine Bürgerinitiative will die drängenden Probleme angehen. Ihr erstes Projekt: Schulreinigung zurück in öffentliche Hand.

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Arbeit & Soziales

Prekarität macht krank

Gesundheit hat mit der sozialen Situation zu tun – auf diesem Gedanken gründet das Gesundheitskollektiv. Auf dem Gelände der Kindl-Brauerei entsteht ihr neues Gesundheitszentrum. Neuköllnisch hat sich mit der Physiotherapeutin Shao-Xi Lu und der Ärztin Kirsten Schubert über das Projekt unterhalten.