Neukoellnisch Logo
Frauen demonstrieren für Ihre Rechte. Engagiert rufen sie ihre Forderungen Credit: Estefanía Henríquez

Frauenkampftag

Darum streiken am 8. März

Am 8. März wird der internationale Frauen*kampftag gefeiert. Seit letztem Jahr ist er offizieller Feiertag in Berlin. Auch in Neukölln finden Aktionen und Veranstaltungen rund um diesen Tag statt. Die Neuköllnisch hat mit Lina Schwarz vom feministischen Streikkomitee Berlin-Neukölln gesprochen.

Aktivistinnen machen unbezahlte häusliche Arbeit sichtbar. Spontaner Protest im Februar 2019.

Estefanía Henríquez

Auch das feministische Streikkomitee Neukölln plant Aktionen rund um den 8. März. Doch zuallererst, wer oder was ist das feministische Streikkomitee Neukölln und seit wann gibt es euch?

Wir haben uns letztes Jahr gegründet, also um den 8. März 2019 rum. Wir sind Teil des feministischen Streiks Berlin. Momentan gibt es im Wedding und in Neukölln Kiez-Streikkomitee. Das Berliner Netzwerk ist Teil der bundesweiten Streikbewegung. Insgesamt gibt es meines Wissens nach in 38 Städten in Deutschland feministische Streik-Gruppen.

Was haben Streik und Feminismus miteinander zu tun?

Es reicht nicht aus, am 8. März nur zu demonstrieren. Frauen und queere Menschen leiden besonders stark unter schlechten Arbeitsbedingungen. Sie verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Sie sind in Bereichen beschäftigt, die ganz schlecht bezahlt sind oder in denen schlechte Arbeitsbedingungen herrschen, wie in der Pflege oder der Gastronomie und sie leisten mehr unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Aus diesen Gründen ist es wichtig, das Streiken als politisches Instrument mitzunutzen, das heißt Arbeit zu verweigern und Arbeit niederzulegen, mit dem Ziel auf diese Probleme aufmerksam zu machen.

Was sind besonders wichtige Forderungen und Anliegen von euch?

Ganz allgemein geht es uns im feministischen Streik darum, zukünftig in einer Gesellschaft zu leben, in der Menschen nicht aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihres Einkommens oder anderen Gründen strukturell benachteiligt werden. Wir kämpfen für ein Recht auf politischen Streik und die Abschaffung des Lohnunterschieds zwischen Männern und Frauen, für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne für Menschen in Pflegeberufen, Erzieher*innen in der Kita, Beschäftigte in der Gastronomie und Reinigungskräfte.

Außerdem fordern wir das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, ein Ende der Morde an Frauen und mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen für Geflüchtete, z.B. die Abschaffung der Unterbringung in Lagern. Das sind nur einige der wichtigsten Forderungen, die wir haben.

Was für Aktionen habt ihr zum Beispiel schon durchgeführt und plant ihr?

Im letzten Jahr haben wir am 8. März zu einem Sitzstreik auf dem Hermannplatz aufgerufen. Es ging uns darum, symbolisch zu zeigen, dass wir an dem Tag keine unbezahlte Arbeit machen. Wir waschen heute nicht ab, wir putzen auch nicht die Wohnung, sondern wir setzen uns alle zusammen auf den Hermannplatz.

Dieses Jahr planen wir im Vorfeld des 8. März eine Straßenumbenennungsaktion in Neukölln. Zumindest in Nord-Neukölln gibt es keine einzige Straße, die nach einer Frau benannt ist.

Deutschlandweit sind 93 Prozent der Straßen, die einen menschlichen Namen tragen, nach Männern benannt. Wir glauben, dass Repräsentation von Frauen und queeren Menschen im öffentlichen Raum ganz wichtig ist. Gerade für Mädchen und Teenager.

Wie kann mensch bei euch aktiv werden und/oder einzelne Aktionen von euch unterstützen?

Wir freuen uns sehr über neue Mitstreiterinnen*. Momentan treffen wir uns alle zwei Wochen, meistens im Ida Nowhere in der Donaustraße. Ansonsten sind wir unter dieser E-Mailadresse fstreik-nk@lists.riseup.net erreichbar.

Vielen Dank für das Interview!

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Frauenkampftag

Damals wie heute: Der 8. März ist Kampftag!

Ein kurzer Einblick in den Ursprung und die Geschichte des Internationalen Frauenkampftages.

Sorry, there is no ALT-Text for this image yet.

Frauenkampftag

Frauenkampftag ist nicht nur Frauensache

Seit über 100 Jahren streiten, kämpfen und feiern Frauen und auch Männer am 8. März, dem internationalen Frauentag. Auch in diesem Jahr wird in Berlin wieder demonstriert.