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 Credit: Jörg Kantel (CC BY-NC-ND 2.0)

Linke Geschichte

Ins KZ durch »Arbeitsscheue«

Felix Loewy, ein jüdischer Tapezierer aus dem heutigen Gdańsk, war bereits krank als sie ihn 1938 holten. Am 22. Mai wird für ihn in der Schierker Straße in Neukölln ein Stolperstein verlegt.

Stolpersteine in der Rungiusstraße

Jörg Kantel (CC BY-NC-ND 2.0)

Als am 14. Juni 1938 der NS-Staat die Aktion »Arbeitsscheu Reich« (ASR) startete, war für Tausende nichts mehr wie zuvor. Auch Felix Loewy wurde verhaftet, ins KZ Buchenwald deportiert und starb dort 1940 im Krankenbau.

ASR-Häftlinge galten als »asozial« und wurden im System der Konzentrationslager erst mit dem braunen, später mit dem schwarzen Winkel gebrandmarkt. Unser heutiger Begriff von »Asozialität« wurde maßgeblich von den Nazis geprägt. Verhaftet wurde, wem vorgeworfen wurde sich nicht in die Gemeinschaft einzufügen oder nicht seinen Beitrag zu leisten: zum Beispiel Männer, die zwei Mal ein Jobangebot ausschlugen oder ihre Arbeit nach kurzer Zeit aufgaben. Die Polizei arbeitete für die Verhaftungen daher mit dem Arbeitsamt zusammen.

In dem Haus, in dem Felix Loewy zuletzt lebte, befindet sich heute das Wahlkreisbüro der Neuköllner LINKE-Abgeordneten Anne Helm und Niklas Schrader. Nach drei Jahren Recherche und der Sichtung zahlreicher Dokumente kann vor dem letzten Wohnort Felix Loewys nun ein Stolperstein zum Gedenken verlegt werden. Denn auch Felix Loewy darf nicht vergessen werden. Die Verlegung seines Gedenksteins findet am 22. Mai um 14 Uhr in der Schierker Straße 26 statt. Währenddessen wird es eine kulturelle Begleitung geben mit einem Input über »Deutsche Arbeit im Nationalsozialismus«, der Verknüpfung von Arbeitsmoral, Nation und Volksgemeinschaft, sowie einer Eröffnung einer kleinen Fotoausstellung über Felix Loewy.

Weitere Stolpersteinverlegungen in Neukölln am 22. Mai:

  • Hobrechtstr. 49, 13 Uhr
  • Fuldastr. 55, 13.25 Uhr
  • Sonnenallee 216, 13.45 Uhr
  • Fleischerstr. 6
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